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Möbelliste für Innenarchitekten: Vorlage, Spalten, Ablauf

Die Möbelliste ist das Rückgrat jedes Einrichtungsprojekts. Diese Vorlage zeigt, welche Spalten Sie brauchen und wie Sie Bestellungen und Lieferungen im Griff behalten.

· 7 Min. Lesezeit

Import einer Möbelliste aus Excel mit Spalten für Produkt, Raum, Lieferant, Preis und Menge

Eine Möbelliste (auch Ausstattungsliste, Einrichtungsliste oder im Objektbereich FF&E-Liste) erfasst jede Position eines Einrichtungsprojekts in einer Zeile: was, für welchen Raum, von wem, in welcher Ausführung, zu welchem Preis, mit welchem Status. Eine belastbare Vorlage braucht rund zwanzig Spalten in vier Blöcken: Identifikation, Spezifikation, Kalkulation und Logistik. Wer diese Struktur von Anfang an konsequent führt, präsentiert, kalkuliert und bestellt aus derselben Quelle.

Möbelliste, Raumbuch, FF&E: die Begriffe

  • Möbelliste / Ausstattungsliste: Die Liste der beweglichen Einrichtung (Möbel, Leuchten, Textilien, Accessoires), oft ergänzt um Elektrogeräte und Sanitärobjekte.
  • Raumbuch: In der deutschen Planungspraxis eine raumweise Beschreibung von Oberflächen, Bauteilen und Ausstattung. Es ist breiter angelegt und eher bau- als einkaufsorientiert.
  • FF&E (Furniture, Fixtures & Equipment): Der aus Hotellerie und Objektbereich stammende Begriff für dieselbe Logik, meist mit großen Stückzahlen und Spezifikationsblättern.

Für die meisten Wohn- und kleineren Gewerbeprojekte ist die Möbelliste das zentrale Arbeitsdokument. Sie speist Moodboard, Präsentation, Budget und Bestellungen.

Die unverzichtbaren Spalten

SpalteBeispielWarum
Pos.-Nr.WZ-03Eindeutiger Bezug in Präsentation, Bestellung und Lieferschein
RaumWohnzimmerSummen pro Raum, Lieferung nach Raum
KategorieSitzmöbelBudgetaufteilung, Filter
BezeichnungSofa 3-Sitzer, modularLesbar für Kunde und Team
Hersteller / LieferantHersteller X / Händler YKonditionen hängen am Lieferanten, nicht am Hersteller
ArtikelnummerSO-220-BOUFehlerfreie Bestellung
AusführungBouclé grün, Füße EicheStoff, Farbe, Oberfläche sind die häufigste Fehlerquelle
Maße (B × T × H)220 × 95 × 75 cmPasst es durch Tür und Treppenhaus?
Menge1Basis für Summen
EK netto2.240 €Ihre Kostenbasis
Rabatt / Konditionen20 % HändlerrabattGrundlage für die Marge
Kundenpreis2.800 € nettoWas in der Präsentation steht
Lieferzeit10–12 WochenKritischer Pfad des Projekts
StatusFreigegebenWo steht die Position?
Wer bestelltBüro / Kunde / HandwerkVerantwortung und Haftung klar
LieferterminKW 46Koordination mit Baustelle und Montage
Bild und LinkProduktfoto, HerstellerseiteSchnelle Prüfung, Wiederfinden
BemerkungLieferung nur bis BordsteinkanteWas sonst in Mails verloren geht

Die Beispielwerte dienen nur der Illustration. Ergänzen Sie bei Bedarf Spalten für Montage, Entsorgung von Altmöbeln oder Muster (bestellt / erhalten / freigegeben).

Die Vorlage: Aufbau in vier Blöcken

Damit die Liste lesbar bleibt, gruppieren Sie die Spalten. In einer Tabellenkalkulation helfen farbige Spaltengruppen und eingefrorene erste Spalten:

  1. Identifikation: Pos.-Nr., Raum, Kategorie, Bezeichnung, Bild. Dieser Block ist immer sichtbar.
  2. Spezifikation: Hersteller, Lieferant, Artikelnummer, Ausführung, Maße, Link. Er wird in der Entwurfsphase gefüllt.
  3. Kalkulation: Menge, EK netto, Rabatt, Lieferkosten, Kundenpreis, Marge. Diesen Block blenden Sie für den Kunden aus.
  4. Logistik: Status, wer bestellt, Bestelldatum, Auftragsbestätigung, Lieferzeit, Liefertermin, Wareneingang, Bemerkung.

Legen Sie pro Raum einen Abschnitt mit Zwischensumme an und am Ende eine Zusammenfassung nach Raum und Kategorie. Wie Sie Aufschlag und Kundenpreis berechnen, erklärt der Beitrag Honorar als Innenarchitekt berechnen.

Interne Liste und Kundenversion trennen

Der Kunde braucht nicht dieselbe Liste wie Ihr Büro. Er sieht Bild, Bezeichnung, Ausführung, Maße, Menge, Kundenpreis und Status, aber weder Einkaufspreise noch Rabatte, Margen oder interne Bemerkungen. Viele Büros blenden je nach Honorarmodell auch Lieferanten und Produktlinks aus, damit die Beratungsleistung nicht mit einem Klick umgangen wird. Wichtig ist, dass beide Versionen aus derselben Datenbasis entstehen. Eine separat gepflegte Kundenkopie ist nach der zweiten Änderungsrunde garantiert veraltet. In einer Tabellenkalkulation lösen Sie das mit ausgeblendeten Spaltengruppen und einem Export, in einem Projekttool mit Sichtbarkeitseinstellungen für den Kundenbereich.

Beispiel: ein Raum, durchgerechnet

Ein fiktives Wohnzimmer mit vier Positionen zeigt, wie die Blöcke zusammenspielen. Alle Beträge sind Beispielwerte, netto, mit einem einheitlichen Händlerrabatt von 20 % auf den Listenpreis und dem Listenpreis als Kundenpreis:

Pos.BezeichnungMengeListenpreisEK nettoStatus
WZ-01Sofa 3-Sitzer, Bouclé12.800 €2.240 €Freigegeben
WZ-02Couchtisch Nussbaum1900 €720 €Beim Kunden
WZ-03Stehleuchte1450 €360 €Bestellt
WZ-04Teppich 250 × 350 cm11.600 €1.280 €Vorschlag
Summe Raum5.750 €4.600 €

Die Differenz von 1.150 € ist der Rohertrag vor Lieferkosten und Ihrem Aufwand für Beschaffung, Reklamationen und Koordination. Erst mit diesen Kosten sehen Sie, was am Ende wirklich bleibt. Die Statusspalte zeigt auf einen Blick: Der Teppich ist noch nicht präsentiert, der Couchtisch wartet auf eine Entscheidung.

Statuslogik: von der Idee bis zur Montage

Ein einheitlicher Status pro Zeile ist wichtiger als jede Formel. Bewährt hat sich diese Abfolge:

  1. Vorschlag: Produkt ist ausgewählt, aber noch nicht präsentiert.
  2. Beim Kunden: In der Präsentation oder im Kundenbereich zur Entscheidung.
  3. Freigegeben: Der Kunde hat zugestimmt, idealerweise dokumentiert.
  4. Zu bestellen: Verfügbarkeit und Preis sind noch einmal geprüft.
  5. Bestellt: Bestellung versendet, Auftragsbestätigung (AB) erhalten. Gleichen Sie die AB Zeile für Zeile mit Ihrer Bestellung ab: Ausführung, Menge, Preis, Liefertermin.
  6. Versandt: Versandbestätigung oder Avis liegt vor.
  7. Geliefert und geprüft: Ware angenommen, auf Schäden und Vollständigkeit kontrolliert. Dokumentieren Sie Mängel sofort mit Fotos; zwischen Unternehmen können kurze Rügefristen gelten.
  8. Montiert: Position ist abgeschlossen.

Markieren Sie Positionen mit langen Lieferzeiten farbig. Sie bestimmen, wann der Kunde spätestens freigeben muss, und gehören in jede Abstimmung.

Häufige Fehler in Möbellisten

  • Ausführung unvollständig: „Sofa grün“ statt Stoffname, Farbnummer und Fußausführung. Die Folge sind Rückfragen oder Fehlbestellungen.
  • Brutto und netto gemischt: Legen Sie pro Spalte fest, ob netto oder brutto gerechnet wird, und kennzeichnen Sie es in der Kopfzeile. Privatkunden erwarten in der Präsentation in der Regel Preise inklusive Mehrwertsteuer.
  • Lieferkosten vergessen: Speditions- und Montagekosten pro Lieferant gehören in die Liste, sonst schrumpft die Marge unbemerkt.
  • Keine Zuständigkeit: Ohne Spalte „Wer bestellt“ bestellt im Zweifel niemand oder zwei Parteien dasselbe.
  • Maße nicht gegen den Ort geprüft: Türbreiten, Aufzug und Treppenhaus entscheiden, ob das Sofa überhaupt in die Wohnung kommt.
  • Entscheidungen nicht dokumentiert: Ein „Ja“ am Telefon ist im Streitfall wenig wert. Halten Sie Freigaben mit Datum fest.

Wo die Tabelle an ihre Grenzen stößt

Eine Tabellenkalkulation ist ein guter Start und für kleine Projekte oft ausreichend. Ab einer gewissen Projektgröße zeigen sich typische Grenzen:

  • Bilder: Produktfotos in Zellen machen die Datei schwer und unübersichtlich.
  • Doppelte Pflege: Moodboard und Präsentation entstehen in anderen Programmen und müssen bei jeder Änderung nachgezogen werden.
  • Kundenfeedback: Entscheidungen kommen per Mail und werden von Hand in Spalten übertragen.
  • Versionen: Sobald zwei Personen an der Liste arbeiten oder der Kunde eine Kopie erhält, gibt es mehrere Wahrheiten.
  • Formeln: Eine überschriebene Formel in der Margenspalte fällt oft erst bei der Abrechnung auf.
  • Preisänderungen: Lieferantenpreise ändern sich, die Liste merkt es nicht.
Produktliste eines Wohnzimmers in einer Projektsoftware mit Produktkarten, Mengen, Preisen, Maßen und einer Alternative
Die Möbelliste als Produktkarten: Bild, Preis, Maße, Menge und Alternativen hängen an derselben Position.

Vom Tabellenblatt zum Tool, ohne Neuanfang

Der Umstieg scheitert oft an der Vorstellung, alles neu eingeben zu müssen. Das ist nicht nötig. So gehen Sie vor:

  1. Bereinigen Sie Ihre aktuelle Liste grob: eine Zeile pro Position, Raum in einer eigenen Spalte.
  2. Importieren Sie die Datei als Excel oder CSV. Mit dem Excel-Import von Phasen werden auch unordentliche Spalten erkannt, Produkte ihrem Raum zugeordnet und zu korrigierende Zeilen markiert.
  3. Ergänzen Sie fehlende Produkte per Link: Name, Bild, Preis und Maße werden von der Herstellerseite übernommen.
  4. Hinterlegen Sie Rabatt und Lieferkosten pro Lieferant einmal; die Kalkulation wendet sie auf jedes Produkt an.
  5. Starten Sie neue Projekte direkt im Tool und lassen Sie laufende Projekte in der alten Liste auslaufen.

Der Effekt: Moodboard, Präsentation und Budget greifen auf dieselben Positionen zu. Was Sie in der Liste ändern, stimmt auch auf dem Moodboard und in der Präsentation.

Bestellungen und Lieferungen verfolgen

Die Bestellphase ist der Moment, in dem die Liste vom Entwurfs- zum Steuerungsinstrument wird. Eine feste Wochenroutine hilft:

  • Alle Positionen mit Status „Bestellt“ ohne Auftragsbestätigung nachfassen.
  • Liefertermine aus den ABs eintragen und mit dem Bauzeitenplan abgleichen.
  • Verzögerungen sofort an Kunde und Handwerk melden, mit Alternative, falls nötig.
  • Für jede Position festhalten, wer bestellt: Sie, der Kunde oder ein Handwerksbetrieb. Das klärt Verantwortung bei Mängeln.
  • Wareneingänge mit Datum und Annehmendem dokumentieren.

Informieren Sie den Kunden aktiv, auch wenn alles nach Plan läuft. Eine kurze wöchentliche Statusnachricht mit den Positionen, die geliefert, unterwegs oder verzögert sind, verhindert Nachfragen und zeigt, dass Sie die Beschaffung im Griff haben. Gerade diese unsichtbare Koordinationsarbeit rechtfertigt Ihr Honorar oder Ihre Marge auf die Möbel.

In Phasen steht der Status direkt am Produkt (zu bestellen, bestellt, versandt, geliefert), lange Lieferzeiten werden gemeldet, und Sie sehen, wer kauft. Details auf der Seite Bestellverfolgung. Für die Kundenseite der Liste, also was der Kunde sieht und freigibt, lohnt der Blick in den Beitrag zur Kundenpräsentation.

Häufige Fragen

Was gehört in eine Möbelliste für ein Einrichtungsprojekt?

Mindestens Raum, Bezeichnung, Hersteller und Lieferant, Artikelnummer, Ausführung, Maße, Menge, Einkaufs- und Kundenpreis, Lieferzeit und Status. Für die Steuerung kommen hinzu, wer bestellt, Liefertermin und Bemerkungen zu Lieferung oder Montage.

Gibt es eine Möbelliste als Excel-Vorlage?

Sie können die Spaltenstruktur aus diesem Beitrag direkt in eine Tabellenkalkulation übernehmen: vier Spaltengruppen, ein Abschnitt pro Raum, eine Zusammenfassung am Ende. Wenn Sie später auf ein Tool umsteigen, lässt sich eine so aufgebaute Liste problemlos importieren.

Was ist eine FF&E-Liste?

FF&E steht für Furniture, Fixtures & Equipment. Der Begriff stammt aus Hotellerie und Objektbereich und bezeichnet die Liste aller Möbel, Einbauten und Ausstattungsgegenstände eines Projekts, inklusive Spezifikation, Mengen und Kosten.

Wer bestellt die Möbel, der Innenarchitekt oder der Kunde?

Beides ist üblich. Bestellt das Büro im eigenen Namen, trägt es mehr Verantwortung und kann eine Marge kalkulieren; bestellt der Kunde, bleibt das Büro beratend. Wichtig ist, es pro Position festzuhalten und vertraglich zu regeln.

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